Luther & Marx: Leitgedanken zum Projekt

Das Projekt "Luther und Marx" ist ein Beitrag aus der Stadt Chemnitz zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation im Jahr 2017. 

 

Karl Marx und Martin Luther sind prominente Erinnerungsorte der ostdeutschen Gesellschaft - gewissermaßen Gemeinplätze des Geschichtsbewusstseins. Jeder hat von ihnen schon einmal irgendwie gehört. Jeder verbindet mit ihnen einen mehr oder weniger diffusen Sinn.

 

Karl Marx ist in der kollektiven Erinnerung eine Chiffre für das umstrittene vierzigjährige sozialistische Gesellschaftsexperiment der DDR samt seinen Folgewirkungen und den Debatten um sozialistische Gesellschaftsentwürfe.

 

 

Karl Marx (Bildquelle: pixabay)
Karl Marx (Bildquelle: pixabay)

 

 

Martin Luther ist ein Symbol für das Christentum reformatorischer Prägung und seinen ebenfalls kontrovers diskutierten gesellschaftlichen Wirkungen in Bildung, Politik und Kultur.

 

Martin Luther (Bildquelle: pixabay)
Martin Luther (Bildquelle: pixabay)

" Marx und Luther stehen für den Streit über Möglichkeiten und Wege, Gesellschaft und Menschen zum Besseren zu verändern."

 

In Chemnitz, von 1953 bis 1990 "Karl-Marx-Stadt“, sind Präsenz und Widerstreit von Marx und Luther als Erinnerungsorte der ostdeutschen Gesellschaft in besonderer Weise materiell sichtbar.

 

Martin Luther ist in der Landschaft kirchlicher Kunst- und Baudenkmale in der ganzen Stadt präsent. Überragt wird er der Absicht nach von Karl Marx. Vor über 45 Jahren durch den sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel in Bronze gegossen, steht er als Monumentalplastik mit offenkundigem Überbietungsanspruch im Zentrum der Stadt.

 

Die sinnenfällige Präsenz ist Anstoß für das Chemnitzer Projekt "Luther & Marx". Es hat folgende Ziele:

  • Das Projekt soll sichtbar und bewusst machen, in welch vielfältiger Weise die Erinnerung an Luther und Marx in der Stadt Chemnitz sinnenfällig gegenwärtig ist.
  • Das Projekt soll erhellen, welche Gehalte mit den Denkmalen, Bildern und Relikten implizit und explizit verbunden sind. 
  • Das Projekt soll Austausch und Diskussion anregen über die von Luther und Marx repräsentierten Frage nach Wegen, Gesellschaft und Menschen zum Besseren zu verändern. 

In diesem Gemeinschaftsprojekt von Chemnitzer Institutionen und Akteuren sind dazu sieben Aktionen und Teilprojekte geplant.

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