ringvorlesung: Luther & MaRX

Dem Thema "Luther & Marx" ist eine kleine Ringvorlesung an verschiedenen Orten in der Stadt Chemnitz gewidmet.

 

Ralf Georg Czapla: Theologe, Reformator - und Revolutionär? Zum Bild Martin Luthers im populären Spielfilm

3. Mai 2017, 19:30 Uhr, Neues Hörsaalgebäude der Technischen Universität Chemnitz

 

Martin Luther wurde schon in der Frühzeit des Films zum Leinwandhelden. Er ist es bis heute, trotz namhafter Konkurrenz, geblieben. Mal wurde er dabei als Freiheitskämpfer in Anspruch genommen, mal als marxistischer Vordenker, mal als Sprachschöpfer.

 

Der Vortrag von Ralf Georg Czapla, apl. Professor am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg, zeigt in einem Durchgang durch die Kino- und TV-Geschichte unterschiedliche Lutherbilder. Er geht auf den Filmwettstreit zwischen BRD und DDR im Jahre 1983 ein und stellt mit den Produktionen von Irving Pichel (1953) und Eric Till (2003) die beiden erfolgreichsten Lutherfilme vor, ehe er sich abschließend der Frage zuwendet: Taugt Luther heute noch zum Filmhelden?

 

 

 

Gilles Candar: Jean Jaurès im Blick auf Luther und Marx. Von der Glaubensreform zur Sozialrevolution? Kritisches Lesen und Wiederverwendung

17. Mai 2017, 19:30 Uhr, St. Petrikirche am Theaterplatz

 

Der französische Historiker und Politiker Jean Jaurès (1859–1914), emblematische Figur intellektuellen Engagements, wählt einen sehr persönlichen eigenwilligen Weg zum Sozialismus, genährt von seinen philosophischen Studien, dem Erleben und der Analyse gesellschaftlicher Realitäten. Weiterdenken und Anverwandlungen von Luther und Marx durchziehen sein politisches Schaffen. Jaurès‘ Ideal ist eine Aufhebung von Idealismus und Materialismus.

 

 

Es referiert Gilles Candar, Paris, Präsident der internationalen Jean Jaurès Studiengesellschaft (Société d’études jaurésiennes), Herausgeber seiner Werke, Verfasser brillanter Studien zum 19. und 20. Jahrhundert und in Kooperation mit Vincent Duclert einer enzyklopädischen Jaurès-Biographie.

 

 

Ulrich Duchrow: Mit Luther, Marx und Papst den Kapitalismus überwinden

31. Mai 2017, 19:30 Uhr, Foyer des Opernhauses

 

"Wir müssen den Kapitalismus überwinden, weil der Zwang zur Geldvermehrung den Wachstumszwang erzeugt, der das Leben auf Erden zerstört. Luthers Kritik am Frühkapitalismus bringt den biblischen Entscheidungsruf ‚Gott oder Mammon‘ für heute neu zur Geltung. Marx liefert in dieser Tradition die präzise Analyse, die uns im Einklang mit der weltweiten Ökumene zu Widerstand und Transformation ermächtigt."

 

 

Mit diesen Sätzen zeigt Ulrich Duchrow, apl. Prof. für systematische Theologie an der Universität Heidelberg und Mitbegründer und Vorsitzender des ökumenischen Basisnetzwerkes Kairos Europa, die inhaltliche Ausrichtung seines Vortrages an.

 

 

Ulrike Brummert: Aus dem Schatten. Katharina von Bora und Jenny von Westphalen

14. Juni 2017, 19:30 Uhr, Museum Gunzenhauser

 

Zwei unabhängige Frauen verbinden ihr Schicksal jeweils mit einem… Denker… Reformator… Rebellen… ganz konventionell in Form einer Ehe, auch wenn die Entscheidung beider Frauen durchaus überraschend gefällt wird. Diese Schnittstelle zwischen Öffentlichem und Privatem gestalten sie aus.

Stöbern wir in den Biographien, sehen Verbindungen zur Theorie oder auch nicht, entdecken Rollenmuster (neu) oder (historische) Singularität.

 

 

Ulrike Brummert, Professorin für Romanische Kulturwissenschaft an der TU Chemnitz, beschäftigt sich mit soziokulturellen Fragestellungen, ohne den Genderaspekt zu vernachlässigen.